Projektbeschreibung

Kurzüberblick und noch vieles mehr…

Der Klimawandel beeinträchtigt Waldökosysteme durch Veränderung der Wuchsbedingungen, aber auch durch dessen Einfluss auf die Intensität und Häufigkeit von Schadereignissen. Eine geeignete Baumartenauswahl ist essenziell, um auch künftig sowohl den wirtschaftlichen Ertrag als auch die Bereitstellung der Waldökosystemleistungen zu gewährleisten. Waldzukunft Österreich dient als evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage, um eine an künftiges Klima angepasste Waldzusammensetzung in den österreichischen Wuchsgebieten zu ermöglichen.

Projektziele

  1. Definition relevanter Klimaindikatoren: Bisher verwendete Verfahren zur Ermittlung klimaähnlicher Regionen nutzen einfache (bio)klimatische Indikatoren auf Basis mittlerer Bedingungen. Schadereignisse werden jedoch meist durch Extremereignisse verursacht. In diesem Projekt soll aus diesem Grund ein dezidierter Fokus auf die Identifikation erweiterter und komplexerer Indikatoren gelegt werden, um Extremereignisse besser abzubilden. Zudem soll der Umfang der verwendeten meteorologischen Parameter ausgeweitet werden, um verschiedene Schadszenarien verbessert darzustellen. Dies geschieht etwa durch die Verwendung von Daten über Schneehöhe und daraus abgeleiteter Indikatoren, oder spezifischer Indikatoren für Dürre.

  2. Ableitung von Ursache-Wirkungs-Beziehungen – Waldschadensmodelle: Auf Basis der Klimaindikatoren, der historischen Waldschäden und Daten aus der Waldinventur sollen historische Schäden modelliert werden. Die dokumentierten jährlichen Schäden umfassen verschiedene Schadkategorien, welche auf Ebene der Bezirksforstinspektionen erhoben werden. Potentielle Einflussgrößen auf die Höhe dieser Schäden, wie klimatische Bedingungen oder topographische Gegebenheiten, werden durch Modelle identifiziert und quantifizierbar.

  3. Identifikation klimatisch ähnlicher Regionen für die forstlichen Wuchsgebiete: Auf Basis des erweiterten Datensatzes an relevanten Klimaindikatoren werden klimatisch ähnliche Zielregionen (über die Maximierung relevanter Ähnlichkeitsmaße) gesucht. In diesen Zielregionen herrschen derzeit jene klimatischen Bedingungen vor, wie sie für die österreichischen Wuchsgebiete zukünftig unter Annahme unterschiedlicher Klimaszenarien zu erwarten sind. Diese (klimatisch ähnlichen) Zielregionen stellen somit in weiterer Folge Modellgebiete für die Auswahl potentiell relevanter Baumarten pro Wuchsgebiet dar.

  4. Auswahl potentiell relevanter Baumarten für die verschiedenen Wuchsgebiete Österreichs: Identifizierung aller Baumarten, die in den in klimaähnlichen Regionen (siehe Projektziel 3) weltweit vorkommen. Auswahl von forstwirtschaftlich und holztechnologisch bedeutsamen Baumarten (vermutlich 15-25 Arten) für weiterführende Modellierungen, Recherchen und Praxisversuche. Modellierung der tatsächlichen klimatischen Baumarteneignung der gewählten Arten in den Wuchsgebieten Österreichs auf Basis weltweiter Verbreitungskarten für verschiedene Klimaszenarien.

  5. Prüfung der Voraussetzungen für den Anbau der gewählten Baumarten im (Projektziel 4) Hinblick auf rechtliche, phytosanitäre, forstgenetische und holztechnologische Voraussetzungen: Neben den klimatischen Voraussetzungen für den Anbau müssen auch die ökologischen Eigenschaften und die potentielle Invasivität der gewählten Baumarten recherchiert werden. Zudem sind geeignete Saatgutbezugsquellen in den Herkunftsländern und mögliche Herkunftsunterschieden zu identifizieren und bei einer Saatgutbeschaffung zu berücksichtigen. Weiterhin sollten die holztechnologischen Eigenschaften der gewählten Baumarten sowie potentieller Nebenprodukte (z.B. Früchte etc.) charakterisiert werden, um deren Nutzung sowie weitere Ökosystemleistungen bewerten zu können.

  6. Integration der neuen modellbasierten Baumartenempfehlungen in die Baumartenampel des BFW auf der Website www.klimafitterwald.at. Das BFW hat bereits für einige Baumarten modellgestützte Empfehlungen in der Baumartenampel. Die Modelle für nicht-heimische Arten und heimische Nebenbaumarten sind bisher allerdings weitgehend Experten-gestützt und daher ungeeignet, die möglichen Folgen des Klimawandels regional gut wiederzugeben. Daher werden die im Projekt neu zu entwickelnden Baumartenmodelle anschließend in die Baumartenampel integriert.